Fette haben oft einen schlechten Ruf, dabei sind sie für unseren Körper absolut lebensnotwendig. Sie sind Energielieferanten und Bausteine für unsere Zellen. Doch wie so oft macht die Art des Fettes und die Menge im Blut den entscheidenden Unterschied. Wenn die Fettwerte dauerhaft zu hoch sind, wird daraus eine ernsthafte Gefahr für deinen Körper.
Die schleichende Gefahr: Arterienverkalkung
Das Hauptproblem bei zu hohen Blutfettwerten ist die sogenannte Arterienverkalkung (Atherosklerose). Dabei lagert sich überschüssiges Cholesterin in den Wänden deiner Blutgefäße ab. Was harmlos klingt, hat kaskadenartige Folgen:
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Chronische Entzündungen: Die Ablagerungen reizen das Gewebe und führen zu dauerhaften Entzündungsprozessen in den Gefäßwänden.
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Verengung der Blutgefäße: Die Gefäße werden durch die Ablagerungen (Plaques) immer enger und starrer.
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Bluthochdruck: Da das Blut durch engere Gefäße gepresst werden muss, steigt der Druck im System – das belastet das Herz und die Organe.
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Herzinfarkt und Schlaganfall: Im schlimmsten Fall verstopfen die Gefäße komplett oder Ablagerungen reißen auf und bilden Gerinnsel. Das Risiko für einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt dadurch drastisch an.
In diesem Artikel erfährst du, wie du den Unterschied zwischen „guten“ und „schlechten“ Fetten verstehst und was du aktiv tun kannst, um deine Gefäße sauber zu halten.
Wer ist wer? LDL vs. HDL einfach erklärt
Sicher hast du schon vom „guten“ und „bösen“ Cholesterin gehört. Hier ist die einfache Eselsbrücke:
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LDL-Cholesterin (L wie „Laster“): Es liefert Fett in den Körper. Ist zu viel davon da, „verliert“ es die Fracht in den Gefäßen und sorgt für die gefährlichen Ablagerungen.
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HDL-Cholesterin (H wie „Hab-dich-lieb“): Es wirkt wie eine Müllabfuhr. Es sammelt überschüssiges Fett wieder ein und transportiert es zur Leber zurück, wo es abgebaut wird.
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Triglyzeride: Das sind die eigentlichen Speicherfette. Auch sie sollten im Rahmen bleiben, um dein Herz-Kreislauf-System nicht zusätzlich zu belasten.
Nahrungsergänzungsmittel im Check: Was hilft wirklich?
Es gibt viele Mythen darüber, welche Supplemente die Blutwerte verbessern. Hier ist die Zusammenfassung der aktuellen Studienlage:
Die klaren Gewinner:
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Omega-3-Fettsäuren (Fischöl/Algenöl): Vor allem DHA und EPA sind sehr effektiv. In höheren Dosierungen (2 bis 4 Gramm pro Tag) können sie erhöhte Triglyzerid-Werte um bis zu 25 % senken.
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Vitamin D: Eine gute Versorgung trägt dazu bei, Triglyzeride zu senken und das „gute“ HDL zu erhöhen.
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Beta-Glucane: Diese Ballaststoffe aus Hafer oder Gerste binden Cholesterin im Darm. Wer täglich 40g Haferkleie oder 80g Haferflocken isst, nimmt die empfohlenen 3 Gramm auf, die das LDL-Cholesterin aktiv senken können.
Vorsicht bei diesen Mitteln:
Einige beliebte Mittel wie Knoblauch, Curcumin oder Resveratrol zeigen in Studien nur sehr schwache oder gar keine eindeutigen Effekte auf die Blutfette. Bei Phytosterolen (oft in Margarine) gibt es zudem Hinweise, dass sie bei bestimmter Veranlagung das Risiko für Gefäßverkalkung sogar erhöhen könnten, weshalb man hier vorsichtig sein sollte.
Fazit: Schütze deine Gefäße rechtzeitig
Die Basis für gesunde Gefäße ist immer ein aktiver Lebensstil mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung. Supplemente wie Omega-3 können eine wertvolle Unterstützung sein.
Sollten deine Werte jedoch trotz gesunder Lebensweise zu hoch bleiben, ist es wichtig, professionellen medizinischen Rat einzuholen. Moderne Medikamente können die Arterienverkalkung stoppen und so dein Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und sogar Demenz nachweislich senken.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen ärztlichen Rat.
Quellen: Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich: Der Nährstoff-Kompass. GU Verlag, 2024.